Mag. Franz Bachofner

Schon als Kind war ich sehr vielseitig interessiert. Bewegung und Sport, das aktive Musizieren und besonders die Natur und Tiere gefielen mir. Pferde übten eine spezielle Faszination auf mich aus. Den Reitunterricht musste ich als Jugendlicher durch verschiedene Arbeiten in den Ställen selber finanzieren. Das hat den Stellenwert des Reitens deutlich gesteigert und darüber hinaus mehr Einblick in die Betreuung der Pferde ermöglicht. Das Interesse an Bewegung, Sport und Menschen hat mein weiteres Leben bestimmt und so habe ich das Studium Sportwissenschaften und Sportmanagement an der Universität Wien gewählt, das ich 1988 erfolgreich abgeschlossen habe.

Über meine Ausbildungen und die Arbeit als Gesundheitstrainer und Sporttherapeut siehe dort.

Gesunde Bewegung und Lebensführung auch anderen Menschen zu vermitteln, ist seit vielen Jahren das Hauptthema in meinem Berufsleben. Daher habe ich neben dem Studium auch Trainer-Ausbildungen im Schilanglauf und Alpinschilauf gemacht. Im Reitsport habe ich zuerst die Ausbildungen zum Wanderreitführer (FENA) und zum Westernreitwart (FENA) absolviert. Die Kompetenzen, die dabei vermittelt werden, sind natürlich nur oberflächlich und haben meinen Wissensdrang über umfassendes Pferdetraining bei weitem nicht erfüllt.

Bereits Anfang der 90er-Jahre habe ich daher begonnen, meine Erfahrungen als Trainer und Sporttherapeut in die Ausbildung von Mensch & Pferd zu integrieren und in meinen Unterricht einfließen zu lassen. Die Schüler - darunter sind überwiegend engagierte FreitzeitreiterInnen - kamen aus der Westernreitweise, dem Dressur- und auch aus dem Gangpferdesport. Durch diese Aufgaben habe ich viel Erfahrung in der Ausbildung von Mensch & Pferd gesammelt. Die Situation, die ich zu Beginn unserer Zusammenarbeit bei SchülerInnen vorfinde, wird häufig geprägt von "Defiziten und Missverständnissen" in der Beziehung zwischen Mensch & Pferd. Außerdem ist die Hilfengebung (Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen) oft unklar, teilweise sogar widersprüchlich. Bei den Pferden fehlt es meistens an funktioneller Gymnastizierung.  Darunter verstehe ich das Training des Pferdes auf der Basis von Anatomie und Bewegungslehre, damit die angestrebten Ziele/Lektionen überhaupt erreicht werden können. Aus der Erfahrung der praktischen Arbeit sowie dem Verständnis für Biomechanik und Methodik ist das Trainingskonzept Equus® entstanden.

Dieses Konzept besteht aus den 3 Bereichen: Beziehungstraining, Ausbildung des Reiters und Pferdeausbildung.

Immer war ich auf der Suche nach objektivem Fachwissen in der Pferdeausbildung. Dabei bin ich auf Philippe Karl gestoßen. Philippe Karl ist ein international anerkannter Reitmeister, der ein fundiertes Ausbildungskonzept, die "Ecole de Légèreté", entwickelt hat und sich immer wieder kritisch über die Entwicklungen im modernen Dressurreitsport äußert (siehe dazu sein Buch: "Irrwege der modernen Dressur").

Als Philippe 2006 erstmals in Österreich seine Reitlehrerausbildung angeboten hat, habe ich mich beworben. Von 2007 bis 2010 war ich Teilnehmer im ersten Reitlehrer-Lehrgang der "Ecole de Légèreté" in Österreich. Im Juni 2010 habe ich diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und bin seitdem lizenzierter Reitlehrer der Ecole de Légèreté.  Im Juli 2012 habe ich nach einer praktischen Reitprüfung mit meinem Pferd den nächsten Level (2) erreicht. Seit damals bin ich immer noch der einzige in Österreich mit dieser Qualifikation. Was unterstreicht, wie anspruchsvoll die Ausbildungskriterien sind.
Während der Ausbildungszeit war es für mich ermutigend, wenn ich feststellen konnte, dass so manche Prinzipien über pferdegerechtes Trainieren, die ich in meinem Equus®-Konzept bereits unterrichtet habe, durch Philippe Karl´s Methodik bestätigt und verfeinert wurden. Ich hatte daher nicht das Problem vieler anderer TeilnehmerInnen, dass sie ihr bisheriges System Pferde zu trainieren, komplett verändern mussten!

In den vergangenen Jahren habe ich mein Wissen über "Mensch & Pferd" in zahlreichen Seminaren und Vorträgen in Österreich, Deutschland und Italien weitergeben dürfen und unterrichte meine SchülerInnen sowohl im Equus®-Beziehungstraining als auch in der Ecole de Légèreté. Ich freue mich über jeden neuen Kontakt mit ReiterInnen, die an pferdegerechtem und sinnvollem Training interessiert sind!

Was mich persönlich in der Arbeit mit „Mensch & Pferd“ immer wieder fasziniert ist, wie genau Pferde auf unsere Körpersprache reagieren und wie schnell sie Dinge lernen können, wenn die Art der "Kommunikation" stimmt. Unaufmerksame oder respektlose Tiere werden so in wenigen Minuten zu aufmerksamen und gut kontrollierbaren Trainingspartnern! Weil sie sich verstanden fühlen!

Wer gut mit Pferden arbeiten will, sollte daher auch lernen, den eigenen Körper und die verwendeten Hilfsmittel gezielt einzusetzen. Sonst könnten widersprüchliche Botschaften für das Tier entstehen. Außerdem braucht man eine klare Methodik für die Pferdeausbildung. Die Ziele in meiner Arbeit sind daher, diese Themen meinen SchülerInnen zu vermitteln, um damit einen Beitrag zur besseren Verständigung zwischen Mensch & Pferd und zu einer pferdefreundlichen Ausbildung zu leisten.

Über 8 Jahre lang habe ich als Sporttherapeut auch in der Klinischen Psychiatrie gearbeitet. Der therapeutische Kontakt mit PatientInnen – oft mit schwierigen Charakteren oder mit Menschen die enttäuscht wurden, die misstrauisch oder auch respektlos sind – erfordert viel Einfühlungsvermögen, Geduld aber auch die Fähigkeit, sich abzugrenzen und Konsequenz im Denken und Handeln zu zeigen. Das sind Fähigkeiten, die ich durch das Equus®-Beziehungstraining mit Pferden jahrelang trainiert habe. In die praktische Arbeit mit den PatientInnen habe ich daher immer wieder auch diese Grundsätze und einzelne Übungen vom Equus®-Beziehungstraining integrieren können.

Eine interessante Lektorentätigkeit übe ich seit 2007 an der Technischen Fachhochschule in Wien aus. Am "Institut für Managementtraining und Sozialkompetenz" halte ich regelmäßig Vorlesungen zu den Themen Teamarbeit und Kommunikation. Dabei fließen meine Erfahrungen aus der Anwendung des Equus®-Beziehungstrainings hilfreich ein. Die StudentInnen schätzen dabei die Praxis-Beispiele aus meiner Arbeit und sind überrascht, wie viele Ähnlichkeiten es zum zwischenmenschlichen Verhalten gibt.