Equus®-Beziehungstraining und Körpersprache mit Pferden

Harmonie

Eine Partnerschaft zwischen Mensch & Pferd wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf korrekten Fundamenten steht. Diese Fundamente werden im Equus®-Beziehungstraining gelegt und die "Spielregeln" für die weitere Zusammenarbeit erarbeitet. 

Eines der wichtigsten Ziele für den Menschen ist es, das Verhalten, die „Sprache“ und Bedürfnisse des Pferdes verstehen zu lernen. Wie "denken" Pferde und wie "lernen" sie am besten? Was sagen uns ihre "Äußerungen" (Mimik, Körperhaltung, Bewegung)? In welchem Gemütszustand befindet sich das Pferd gerade?
Immer wieder machen PferdebesitzerInnen dabei den Fehler, zu vermenschlichen und ihre eigenen Wünsche, Verhaltensweisen und Ängste auf das Pferd zu projezieren. Dadurch entstehen Missverständnisse, Enttäuschung und Frust auf beiden Seiten.
Equus®-Beziehungstraining hilft ihnen, die Pferde verstehen zu lernen!

Ein weiteres Lernziel des Equus®-Beziehungstrainings ist, die eigene Körpersprache bewusst einzusetzen, wenn wir mit Pferden „reden“ wollen. Diese nonverbale Kommunikation wird auch von unserer inneren Haltung, unseren Gefühlen beeinflusst. Pferde können diese Eigenschaften gut wahrnehmen - auch wenn uns das selber nicht immer bewusst ist.
Erst wenn es gelingt, Übereinstimmung zwischen unserer inneren Einstellung und der äußeren Haltung/Bewegung zu erzielen, sind wir „echt und präsent". Pferde haben dafür eine besondere Sensibilität. Wenn wir "echt" sind, können Pferde leichter Vertrauen zu uns aufbauen.

Konsequenz und Fairness im Handeln und eine klare Aufgabenverteilung bilden die Basis für gute Teamarbeit. So verhalten wir uns für Pferde „natürlich“. Dann lassen sie sich gerne Führen und Folgen willig.

Durch das Beziehungstraining entsteht aus den beiden Individuen schließlich ein "Team". Gegenseitiges Vertrauen wird aufgebaut, das sich in vielen Merkmalen im Umgang mit dem Pferd zeigt:

  • Folgt mir mein Pferd gerne nach?
  • Bleibt mein Pferd auch entspannt neben mir stehen?
  • Ist es auch in außergewöhnlichen Situationen noch kontrollierbar?
Rangordnung

Die Klärung der "Aufgabenverteilung" - somit die Rangordnung - ist eines der wichtigsten Elemente zu Beginn des Beziehungstrainings. Dabei geht es auch um folgende Fragen:

  • Wer bewegt wen?
  • Wer weicht vor wem aus?
  • Wer bestimmt Tempo und Richtung? u.a.m.

Unsere Bereitschaft, das eigene Handeln und Denken auf die Erfordernisse der Pferde umzustellen, ist dazu nötig. Dazu gehören z. B. Kompetenz und Fachwissen in der Sache, Konsequenz im eigenen Tun und Klarheit in seinen Äußerungen und Anweisungen. Erst dadurch können wir dem „Fluchttier Pferd" auch die „lebensnotwendige Sicherheit“ und somit den Komfort für Entspannung geben.

Die Verantwortung für erfolgreiches Beziehungstraining liegt bei uns Menschen. Die Pferde helfen uns dabei, indem sie unser deutlicher „Spiegel“ werden. Ich merke häufig, dass meine SchülerInnen durch das Equus®-Beziehungstraining mit den Pferden selber auch reifen und ihre Sozialkompetenz zunimmt. An der Art, wie sie mit ihren Pferden umgehen (natürlich auch mit anderen Menschen), kann man es erkennen.

Versäumnisse in der Beziehungsarbeit rächen sich auf jeden Fall! Besonders deutlich wird es in Situationen, wo Leistung erbracht werden soll, oder besondere Anforderungen an die Partner gestellt werden (z.B. eine Turnierteilnahme, ein Ausritt in ungewohnter Umgebung, das Verladen in den Hänger, uä.). Dort zeigen sich dann die Defizite klar.
Es ist mir daher unverständlich, dass viele TrainerInnen auf diesen Teil der Ausbildung zur Gänze verzichten! Wissen sie vielleicht gar nicht, wie wichtig es ist, die Thematik mit den Pferden zu klären und auch den SchülerInnen das Verständnis und die Kompetenz dafür zu vermitteln?

Die meisten Probleme entstehen zuerst im Kopf! Das ist übrigens beim Menschen genau wie beim Pferd. Daher sollten am Beginn jedes Lernprozesses besonders die psychischen Komponenten ausreichend beachtet und trainiert werden. So manches Problem in der "Rittigkeit" von Pferden liegt nach meiner Erfahrung eher an einem Defizit in der Beziehung und im Verstehen zwischen Mensch & Pferd.

Gegenseitiges Vertrauen
  • Möchten Sie mit einem Partner zusammenarbeiten, vor dem sie keinen Respekt haben?
  • Oder würden Sie sich in unsicheres Terrain begeben mit einem Anführer, dem Sie nicht vertrauen?

Von vielen Pferden wird aber genau das verlangt!

In meinen Seminaren "Beziehungstraining und Körpersprache mit Pferden", lernen die TeilnehmerInnen, Zusammenhänge zu verstehen und diese durch Übungen aus der Bodenarbeit umzusetzen.

Jeder Pferdebesitzer - unabhängig von der Reitweise - kann dadurch eindrucksvolle Verbesserungen in der Beziehung zum Pferd erzielen. Um diesen Lernprozess in Gang zu halten, ist natürlich regelmäßiges Üben nötig. Erst dadurch wird die Beziehung gefestigt.

Vieles von den Grundsätzen des Equus®-Beziehungstrainings kann sich zu einer Lebenseinstellung entwickeln, die im zwischenmenschlichen Umgang erkennbar ist:

  • Klar und "echt" in der Kommunikation
  • Wertschätzend und respektvoll im Umgang miteinander
  • Keine "faulen" Kompromisse eingehen
  • Der Mut, sich den Herausforderungen zu stellen
  • Verantwortung für das eigene Tun übernehmen

  Siehe auch Training von Führungskräften

 

Einige Beispiele aus dem Equus®-Beziehungstraining

Kommunikation

 

Pferde teilen sich uns mit ihrer Körpersprache und ihrem Verhalten mit. Daher müssen wir uns bemühen, sie richtig "lesen" zu lernen. Das ist schon der erste Schritt, um mit ihnen kommunizieren zu können.

Hier z.B. zeigt das Pferd "aufmerksame Hinwendung zum Menschen".

Führen

 

Eine Basisübung ist das richtige Führen des Pferdes. Der Mensch bestimmt Tempo und Richtung. Er legt auch den individuellen Abstand fest, den das Pferd respektieren muss. Es ist wichtig, auf beiden Seiten des Pferdes zu trainieren, um beide Gehirn- und Körperhälften von Pferd (und Mensch) zu schulen. Bereits an der Art des Führens erkennt man, wie weit die Beziehung zwischen den Partnern entwickelt ist. Hängt das Führseil durch und die beiden bewegen sich annähernd synchron - oder zieht der Eine den Anderen hinterher?

Ausweichen

 

Das Pferd weicht bei Bedarf vor dem Menschen aus. Wenn dieses Verhalten abgeklärt ist, zeigt sich das darin, dass nur sehr wenig "Druck" erforderlich ist. Dann wird die Zusammenarbeit leicht, sie wirkt spielerisch - und vor allem erhöht sich für den Menschen dadurch auch die Sicherheit!

Übrigens, Pferde sind untereinander sehr "konsequent" wenn es darum geht, Meinungsverschiedenheiten bzw. die Rangordnung zu klären. Das sei für alle jene als Hinweis und Warnung gedacht, die den Fehler machen, (ihre) Pferde zu vermenschlichen und Diskussionen aus dem Weg gehen...

Cirkeln

Eine andere Basisübung ist das "Zirkeln". Dabei geht es nicht darum, das Pferd möglichst lang im Kreis laufen zu lassen, sondern dahinter stecken die "Beziehungs-Fragen":

  • Wer bringt wen in Bewegung?
  • Wer bestimmt die Richtung und das Tempo sowie die Gangart?
  • Wie oft muss ich das Pferd "bitten", das Tempo zu halten?

Bei dieser Übung achte ich sehr bald auch auf die Körperhaltung des Pferdes. Das bedeutet, ich korrigiere ungünstige Positionen (z.B. einen nach außen gebogenen Hals und Überlastung der inneren Schulter) und fordere eine schwungvolle Vorwärtsbewegung. Oftmalige Richtungs- und Gangartenwechsel schulen zusätzlich die Aufmerksamkeit! Wer sein Pferd in den 3 Grundgangarten mühelos (am durchhängenden Seil) zirkeln kann, hat neben der Beziehungsarbeit schließlich schon einiges für die Gymnastizierung des Pferdes getan!

Reflexion

 

Zwischen den einzelnen Übungen ist das Reflektieren besonders wichtig:

  • Warum hat das jetzt funktioniert, oder eben noch nicht?
  • Was muss ich tun, damit mich das Pferd besser verstehen kann?
  • Oder hat mich das Pferd verstanden und wollte einfach nicht wirklich mittun?

Somit lernen wir mit der Zeit, klarer in der Hilfengebung zu werden und der Lernerfolg nimmt deutlich zu.

Alle Hilfen, die wir den Pferden geben, sind zuerst einmal verschiedene Formen von "Druckausübung" (Schenkeldruck, Druck mit der Trense im Maul, Druck mit dem Stick/der Longierpeitsche/der Gerte,..). Wer die Prinzipien der "Negativen Verstärkung" richtig verstanden hat und sie auch umsetzen kann, wird ein guter und erfolgreicher Trainer/Reiter werden können. Auch diese Themen lernen meine Schüler im Unterricht!