Freiheit - ein kostbares Gut

von Franz Bachofner

(Mai 2005)

Frei wie ein Vogel im Wind…so möchten wir uns manchmal fühlen, ohne Zwänge und Einschränkungen und schwerelos schwebend.
Die Realität ist leider anders. Die meisten von uns werden durch den Beruf stark eingeengt. Wir haben geregelte Arbeitszeiten und einen Dienstort, der bei zahlreichen WaldviertlerInnen noch dazu weit entfernt liegt. Wir müssen dort bestimmte Aufgaben erledigen. Wir haben Vorgesetzte, denen wir verpflichtet sind. Wir nehmen Termine wahr oder planen selbst Termine. Wir „schleppen“ an vielen Tagen die Probleme aus der Arbeit in die Freizeit mit hinüber und belasten uns auch dort damit.

Bei vielen Berufstätigen ist Freiheit auf einen Teil der Freizeit reduziert. Wie sieht es damit aus? Da gibt es familiäre Aufgaben, die uns manchmal überfordern. Da ist der Haushalt und die Gartenarbeit, die Zeit fordern. Da warten freundschaftliche Kontakte, die gepflegt werden sollen. Auch gesellschaftliche Zwänge und Spielregeln gibt es, die beachtet werden „müssen“.
Für viele stellt sich die Frage, wie viel bleibt mir noch übrig, um frei zu sein und welche Freiheiten kann ich mir eigentlich leisten?

Ich möchte Ihnen ein paar (Bewegungs-)Tipps geben, mit denen Sie sich körperlich freier fühlen können und so dem Alltag vielleicht ein Schnippchen schlagen.

Bewegung und Spielen im Wasser ist eine tolle Möglichkeit, den Körper anders zu spüren. Auch wenn Sie keine „Sportskanone“ sind können Sie im Wasser gleiten, rollen, untertauchen, mit den „Flossen schlagen“ und sich wie ein Fisch im Wasser schlängeln. Ihr Vorteil, Sie wiegen nur ein Zehntel im Wasser. Abgesehen davon, dass es auch gesund ist, den Körper zu mobilisieren, den Wasserwiderstand zu fühlen, den Kreislauf anzukurbeln, die Muskeln zu fordern – es erzeugt auch ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit. Das sollten Sie probieren!

Oder nehmen Sie sich vor, zu Fuß die Natur zu genießen. Gerade jetzt im Frühjahr ist so viel Energie in der Natur. Die Tierwelt ist in Aufbruchstimmung. Es ist Balzzeit, Reisezeit, Zeit für Familiengründung. Die Pflanzenwelt explodiert förmlich, alles ist im Wachsen. Die Energie, die da spürbar wird, kann auch ein wenig auf uns übergreifen und uns mutiger und aktiver machen.
Entdecken Sie vielleicht neue „Spazier-Wege“. Suchen Sie sich während der Wanderung einen sonnigen Rastplatz und nehmen sich dort Frei-Zeit. So eine Ruhepause nach der Bewegung ist besonders angenehm. Wann waren Sie das letzte Mal barfuss? Machen sie Ihre Füße frei und genießen die Sonne auf der Haut. Belauschen Sie die Natur und freuen sich über Ihre „Freizügigkeit“.
Auch für Leute, die beruflich viel mit dem Auto unterwegs sind, könnte eine Pause im Grünen – anstatt in der nächsten Raststation – etwas Freiheit spürbar machen.

Es müssen nicht immer große Ereignisse sein, die uns „persönliche Freiheit“ erlauben. Oft sind die kleinen Freiheiten, die wir uns bewusst und regelmäßig gönnen, nachhaltiger für unsere Zufriedenheit. Ich wünsche Ihnen ein freizügiges Frühjahr.

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