Das Wetter und unser (Wohl-)Befinden

von Franz Bachofner

(Juni 2006)

Als dieser Artikel entstand, hatte es Tageshöchstwerte von 7°C – und das Anfang Juni. Somit habe ich mich entschlossen, diesmal über das Wetter und unsere Befindlichkeit zu schreiben. Es ist bekannt, dass unser Körper auf unterschiedliche Klima- und Wetterverhältnisse reagiert. Ein komplexes System von Thermoregulatoren, die in speziellen Arealen des Gehirns und in großer Anzahl in der Haut liegen, registriert Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind und reagiert darauf mit zahlreichen Anpassungen. Die Hautdurchblutung oder der Muskeltonus werden z.B. verändert.. Haben Sie gewusst, dass ein Großteil unserer Energie dafür nötig ist, um die Körperkerntemperatur konstant zu halten? Bekannt ist auch, dass die „Wohlfühltemperatur“ für uns Menschen bei etwa 25°C und Windstille liegt. Neben den rein physiologischen Anpassungen reagieren wir auch mit unserer Stimmung auf das Wetter. Die meisten Menschen sind bei Schönwetter – damit meine ich Sonnenschein oder nur leicht bewölkten Himmel und angenehme Temperaturen – besser gelaunt und aktiver als bei starker Bewölkung und Regen. Wahrscheinlich spielt dabei auch die Lichtintensität eine entscheidende Rolle.

Obwohl die meisten von uns in geschützten Räumen arbeiten können, sind wir am Wetter interessiert. Scheinbar ist es trotz Klimaanlage, Luftbefeuchter und ähnlicher Heizungstechnik doch so, dass wir zu den Vorgängen in der Natur einen tieferen Bezug haben.

Wir wünschen uns Licht und Wärme, manchmal auch Abkühlung und Regen. Wir warten sehnsüchtig auf den ersten Schnee und einige Monate später freuen wir uns über die ersten Blümchen und das frische Grün. Wenn diese Abläufe in der Natur nicht unseren individuellen Erwartungen entsprechen, kommentieren wir das Wetter. Von dort ist es nicht mehr weit zum Jammern. Haben Sie schon einmal darauf geachtet, wie oft wir Gespräche beginnen, indem wir über das Wetter reden? Meistens ist so eine Unterhaltung ein Beschweren über das derzeitige Wetter. Wir jammern wenn es regnet und wir jammern genauso wenn es heiß ist. Viele klagen über das schlechte Wochenendwetter und andere über das verpatzte Urlaubswetter und alle möchten zu bestimmten Zeiten – nämlich dann, wenn sie Freizeit haben – ihr persönliches Schönwetter haben. Das sollte dann noch der jeweiligen Freizeitaktivität angepasst sein: Für den Radausflug Sonne, aber nicht zu heiß und kein Wind, für den Segeltörn viel Wind. Der Hobbygärtner braucht dringend Regen für seine Pflanzen und der Bergsteiger wünscht sich gute Fernsicht und trockene Luft. Gott sei Dank ist das Wetter nicht beeinflussbar! Der altbekannte Spruch „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Bekleidung“ soll Sie daran erinnern, dass bei entsprechender Ausrüstung (fast) jedes Wetter seine schönen Seiten haben kann oder zumindest auszuhalten ist. Leute, die sich viel im Freien aufhalten, werden dadurch außerdem widerstandsfähiger und trainieren ihr Immunsystem.

Könnten Sie sich auch vorstellen bei „Regenwetter“ einen Spaziergang zu machen? Oder ist das schlechte Wetter nur ein Vorwand für die eigene Bequemlichkeit? Für engagierte Hundebesitzer gibt es auch keine Wetter-Ausrede. Der Vierbeiner möchte ins Freie, egal wie es draußen ist.

Lassen Sie sich daher vom (schlechten) Wetter nicht abschrecken. Besonders dann nicht, wenn uns, sofern die Prognosen stimmen, ein eher kühler und regenreicher Sommer bevorsteht. Sonst vermiesen Sie sich Freizeit und Urlaub und verpassen vielleicht einen herrlichen Regenbogen, eine regennasse Waldlichtung oder einen imposanten Wolkenhimmel.
Ich wünsche Ihnen, dass beim Lesen dieser Zeilen ein für Sie schönes Wetter herrscht. Und wenn nicht, so nehmen Sie das Wetter so wie es gerade ist.

 

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