Lichter im Dunkeln - Was erhellt die finstere Zeit?

von Franz Bachofner

(Dezember 2005)

Es ist wieder so weit, die finstere Jahreszeit ist da. Kurze Tage wechseln mit langen Abenden und Nächten. Kälte, Nebel und Finsternis begleiten uns. Die Natur hat sich zur Ruhe gelegt und auch die meisten Tiere verringern ihre Aktivität. Die stille Zeit ist sichtbar und spürbar.
Wir Menschen haben es oft schwerer, unseren Rhythmus der Jahreszeit anzupassen. Der Beruf und all die anderen Verpflichtungen halten uns auf Trab. Mehr Schlafen, zur Ruhe kommen sowie Einkehr halten ist für die meisten nicht möglich. Im Gegenteil, der Termindruck ist vor Weihnachten am stärksten. Zwischendurch noch ein paar Weihnachtsfeiern besuchen, die Adventmärkte mit den Punschhütten absolvieren und die Geschenke besorgen. Am 24. Dezember singen wir dann erschöpft das Lied von der „Stillen Nacht“.... Es ist schon eine eigenartige Zeit.

Wie können wir trotz aller widrigen Umstände etwas mehr Licht und Freude in unseren Alltag bringen? Was hilft uns - ohne großen Aufwand - symbolisch eine Kerze anzuzünden?

Da wäre zum Beispiel das Betrachten der Natur, die auch im Winter viel Reizvolles und so manch strahlenden Moment bietet. Man muss das nur sehen wollen.
Der Raureif, der in der Sonne glänzt oder ein Tautropfen, der wie ein Kristall leuchtet, können uns zum Innehalten bringen. Wenn die spärlichen Sonnenstrahlen den Schnee in gleißendes Licht verwandeln, dann ist das ein herrliches Schauspiel. Aber auch wenn Schnee und Nebel die Natur zum Schweigen bringen und man nur die eigenen Schritte knirschen hört, entsteht ein friedliches und ruhiges Bild in uns. So ein Erlebnis kann ein Lichtblick sein, von dem man Kraft tanken kann.

Es gibt auch andere Möglichkeiten, Lichter anzuzünden. Ein Lächeln für einen anderen Menschen, den sie vielleicht sonst übersehen. Sie werden merken, es ist ansteckend. In den meisten Fällen werden sie auch einen freundlichen Blick als Reaktion erhalten. Versuchen sie es zumindest einmal pro Tag. Es fällt vielen Menschen anfangs gar nicht so leicht, ohne Grund freundlich zu sein. Aber es tut gut. Mit jedem „Augengespräch“ werden sie routinierter und zufriedener mit ihrem Erfolg.

Wenn sie sich für ein paar nette Worte Zeit nehmen bei Menschen, die sie sonst nur flüchtig grüßen, dann verbreiten sie schon sehr viel "Licht". Manche Menschen leiden unter der „Sprachlosigkeit“ in unserer Gesellschaft. Erst vor kurzem hat mir jemand gesagt: „Entweder die Leute reden gar nicht oder sie jammern…“ Das beweist, wie wichtig der Austausch von Gedanken und aufmerksames Reden und Zuhören sind. Ein gutes Gespräch mit „Inhalt“ kann dann wie ein helles Feuer in einer finsteren Nacht sein.

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