Körpersprache - ein beständiger Begleiter

von Franz Bachofner

(Juli 2005)

Die Kraft der Körpersprache besser nützen.

Eine der ältesten "Sprachen" ist die unseres Körpers. Lange bevor Menschen mit Worten kommunizierten, unterhielten sie sich nonverbal mittels Gesten, Blickkontakt und Mimik. Dass unser Gesicht ein deutlicher Sender ist, ist uns ja bewusst. Ein freundlicher Blick, ein Augenzwinkern, das erstaunte Heben einer Augenbraue, das Verziehen der Mundwinkel sind Beispiele für bewusstes Einsetzen unserer Mimik. Aber auch die gerunzelte Stirn, ein ausweichender Blick oder das Versteinern der Miene sind deutliche Signale, die uns meist unabsichtlich „entweichen“.

Dass auch unsere Körperhaltung und die Art wie wir uns bewegen, Aussagen über unsere Befindlichkeit geben können, ist vielen von uns nicht so bewusst. Unsere Körpersignale können sowohl eine Einladung für den anderen sein und eine Verbindung herstellen als auch abweisend wirken und eine unsichtbare Mauer aufrichten.

Tatsache ist, dass wir, bevor wir mit einem Gespräch beginnen, meistens schon das Wichtigste „erzählt“ haben. Ein großer Teil der Kommunikation läuft eben über die nonverbale „Körpersprache“. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede im Verständnis von bestimmten Gesten. So kann ein forscher Blick in die Augen des gegenüber in manchen Kulturen als Interesse an der Person oder Einladung zu einem Gespräch und in anderen Gegenden wiederum als aufdringlich oder gar als Beleidigung gewertet werden.

Ich habe in den vielen Jahren, die ich mit Mensch & Pferd schon arbeite, sehr viele interessante Erfahrungen zum Thema Körpersprache gemacht. Verblüffende Situationen in denen Sehen und Verstehen zwischen Lebewesen erlebbar ist, fallen mir dazu ein. Zum Einen sind uns die Tiere – in meinem Fall sind es die Pferde – deutlich überlegen im „Verstehen“ und „Sprechen“ von Körpersprache. Sie haben eine höhere Sensibilität dafür und erkennen sehr rasch, wie das Gegenüber „drauf“ ist. Rollenspiele, wie wir sie in der menschlichen Gesellschaft öfter praktizieren, werden von den Tieren sofort durchschaut. "Mehr Schein als Sein“ geht dort also nicht.

Bei Kindern erlebe ich diese Fähigkeit zu „Sehen“, noch häufiger als bei den meisten Erwachsenen. Kinder reagieren instinktiver auf das, was sie sehen. Stimmt der nonverbale Eindruck nicht mit dem Gesprochenen überein, kommt es häufig zu einem inneren Konflikt, zur Verwirrung oder Auflehnung.

Eine weitere wichtige Erkenntnis ist die Tatsache, dass durch Verändern der Haltung (= Körpersprache) auch unsere innere Befindlichkeit beeinflusst werden kann. Dieser Zusammenhang zwischen Haltung und Psyche spiegelt sich in vielen Redewendungen wider: „Lass den Kopf nicht hängen“, „der hat kein Rückgrat“, „den Boden unter den Füssen verlieren“, „den Kopf einziehen“, „sich auf die Hinterbeine stellen“ sind einige Beispiele dafür. Wenn also eine Veränderung der Körperhaltung auch eine Veränderung der Stimmung bewirken oder zumindest unterstützen kann, dann sollten Sie häufig davon „Gebrauch machen“!

Richten Sie sich öfter auf und recken und strecken Sie Ihren Körper. Erstarren Sie nicht, sondern bleiben Sie flexibel in den Schultern und im Rücken. Beugen, drehen und mobilisieren sie diese Körperteile. Kommen Sie mit Ihren Füssen in Bewegung, damit Sie nicht auf der „Stelle treten“ – gehen Sie vorwärts. Bei all diesen Aktionen tun Sie Ihren Muskeln, Gelenken und Knochen etwas Gutes und beeinflussen gleichzeitig Ihre Stimmung.
Bedenken Sie, aufrecht, stolz und ausbalanciert sind Eigenschaften, die Selbstvertrauen geben und signalisieren und nebenbei auch „gesund“ sind. Diese Form der Körperbewegung fließt auch in meine sporttherapeutische Arbeit mit Mensch & Pferd ein.
Ich wünsche Ihnen einen Sommer mit viel positiver „Körpersprache“!

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