Gesund in den Herbst des Lebens!

von Franz Bachofner

(September 2006)

Man merkt es in der Natur schon deutlich, der Herbst naht. Daher möchte ich diesmal meinen Artikel für jene schreiben, die im Herbst des Lebens stehen. Wenn man die Bevölkerungsentwicklung betrachtet, so nimmt der Anteil der Senioren am stärksten zu. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Aus diesem Grund macht es Sinn zu überlegen, wie diese Menschen möglichst lange gesund und mobil bleiben. Schwerpunkte auf die Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung von älteren Menschen zu legen, ist also eine Herausforderung auch für die Finanzierung der zukünftigen Gesellschaft. Die aktuelle Pflegediskussion spiegelt diesen Tatbestand wider.

Die Wirtschaft hat diese Entwicklung bereits erkannt und bietet eine Fülle von „seniorengerechten Produkten“ an. Vom Senioren-Urlaub über spezielle Sportgeräte und -bekleidung bis zu Nahrungs-Ergänzungsstoffen, die uns vital und jung erhalten sollen, reicht die Palette. Der Markt der „grauen Panther“ ist ein großer und scheinbar auch ergiebig. Viele sinnvolle Einrichtungen und Produkte findet man darunter, so manches freilich nützt vor allem den Erzeugern.

Ich möchte das Augenmerk besonders darauf legen, wie das Verhalten und die Lebensweise der Senioren zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden beitragen können. Darin liegen auch die größten Reserven für eine grundlegende Veränderung. Die 3 großen Säulen der Gesundheit, gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und psychisches Wohlbefinden sind für alle Altersklassen gültig.
Beim Thema „Bewegung und Senioren“ gibt es allerdings einige Besonderheiten. Viele Menschen werden mit zunehmendem Alter eher träge und reduzieren die körperlichen Aktivitäten. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch normal und dafür gibt es gibt viele Gründe. Die Leistungsfähigkeit lässt nach, oft behindern körperliche Beschwerden den Bewegungsdrang und der Lebensrhythmus wird langsamer. Somit wird das Ruhe- und Erholungsbedürfnis größer. In den vielen Jahren, in denen ich mit Senioren trainiert habe, hörte ich oft, „es geht alles nicht mehr so leicht wie früher,…“ „ich schaffe nicht mehr so viel…“

Nachlassen ist also vernünftig, aber wer zu stark nachlässt, der baut auch schneller ab. Das betrifft sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit. Deshalb ist es besonders wichtig, Körper und Geist weiterhin so zu trainieren, dass der Leistungsabbau möglichst weit hinausgeschoben wird. Gott sei Dank ist die positive Anpassungsfähigkeit unseres Körpers bis ins hohe Alter gegeben und dadurch sind auch noch Verbesserungen erzielbar. Das bedeutet, dass Training auch – ich möchte sagen besonders - für ältere Menschen nötig ist. Dabei ist die richtige Mischung entscheidend. Eine Kombination von Herz- und Kreislauftraining, funktionellen Übungen für den Stütz- und Bewegungsapparat und Koordinationsübungen, gleichsam als „brain train,“ ergeben ein buntes und abwechslungsreiches Programm.

Es würde hier den Rahmen sprengen, auf Einzelheiten einzugehen. Sicher ist, dass ein ausgewogenes Senioren-Trainingsprogramm andere Zielsetzungen und Inhalte hat als das eines jüngeren Menschen. Auch die Rücksprache mit dem Arzt ist wichtig und aufschlussreich.
So wie ein „Oldtimer“ etwas mehr Service braucht, um attraktiv und leistungsfähig zu bleiben, so benötigen auch wir mit zunehmendem Alter mehr Zeit und ein besonderes Augenmerk für unsere Gesundheitspflege. Wer es schafft, sich darüber nicht nur Gedanken zu machen, sondern selbst aktiv zu werden, hat viele Vorteile zu erwarten. Eine verbesserte Leistungsfähigkeit und mehr Wohlbefinden bzw. eine Verringerung von bestehenden Beschwerden warten als Preis. Dadurch entsteht mehr Freude am eigenen Körper, das Selbstbewusstsein steigt und gleichzeitig die Motivation für weitere Aktivitäten.
Probieren Sie es aus – es lohnt sich!

Zurück