Was unsere Füße alles leisten

von Franz Bachofner

(August 2007)

Ich möchte diesmal Ihre Aufmerksamkeit auf die Füße lenken. Sie verdienen mehr Beachtung als die meisten Menschen ihnen schenken.

Die Füsse tragen uns im Idealfall das ganze Leben. Sie bilden das Fundament auf dem sich der Körper aufrichtet und spielen daher für die Stabilität und für die Balance eine wichtige Rolle. Haben Sie schon einmal überlegt, wie viele Schritte Sie im Lauf des Lebens mit den Füßen unternehmen oder wie viele Stunden Sie auf ihnen stehen müssen? Wer schon erlebt hat, wie mühsam es ist, wenn ein oder sogar beide Füße verletzt oder nicht funktionstüchtig sind, wird mir beipflichten: Gesunde Füße sind ein wichtiger Teil von Lebensqualität.

Der gesunde Fuß besitzt eine komplizierte Gewölbekonstruktion, die sich sowohl in Längs- als auch Querrichtung erhebt. Eine Vielzahl von unterschiedlich geformten Knochen, wird teils durch straffe Bänder teils durch Muskeln in diese Bogenspannung gebracht. Bei Belastung, also wenn sie stehen oder gehen, verändern sich die Gewölbe. Die Beweglichkeit dient der Stoßdämpfung und schützt so den Rest des Körpers vor Erschütterungen. Stellen Sie sich vor, wie hart Gehen und besonders Laufen ohne dämpfende Fußmechanik für uns wäre. Die Beweglichkeit des Fußes ermöglicht aber auch die Anpassung an den Untergrund. Die Sohle mit ihren Fettpolstern hat ebenfalls druck-verteilende Wirkung. Für die Sensorik sind die Reflexzonen an den Fußsohlen unerlässlich. Es gibt übrigens keine mechanischen Geräte, die annähernd an die Belastbarkeit und Funktion eines gesunden Fußes heranreichen. Zum Leidwesen der Füße werden sie viel zu häufig in Schuhen „verpackt“. Im Lauf der Evolution hat sich der Fuß zu einer „high-tech-Konstruktion“ entwickelt. Manche Menschen schaffen es, die Füße in wenigen Jahren durch falschen Gebrauch zu deformieren.

Was den Füßen gut tut

Bereits in der Kindheit wird die Grundlage für die spätere Gesundheit gelegt. Diese Aussage gilt natürlich auch für unsere Füße. Ideal ist schon bei Säuglingen viel Bewegungsspielraum für die Zehen und Knöchel. Später dann kann durch barfuss Gehen auf unterschiedlichem Untergrund die Fußmuskulatur und auch die Körperwahrnehmung gefördert werden. Besonderes Augenmerk sollte auf die Auswahl von passenden Schuhen gelegt werden. Zu enge oder kurze Schuhe können den kindlichen Fuß in kurzer Zeit deformieren. Je mehr sich Kinder und Jugendliche bewegen – dazu gehört natürlich auch Gehen – umso leistungsfähiger wird der Stütz- und Bewegungsapparat.
Wir Erwachsenen haben auch noch Einfluss auf unsere Fußgesundheit. Es gilt, Schuhe sollen die Füße unterstützen und nicht verformen! Bei manchen Schuhmodellen ist aber ganz offensichtlich, dass die Zehen zusammengedrückt werden. Verbogene Zehen und Fehlstellungen in den Zehengrundgelenken sind die zwingenden Folgen.

Zu hohe Absätze bringen zu viel Druck auf den Ballenbereich, unterbinden damit die Stoßdämpferwirkung und überlasten den Fuß. Mit der Zeit verschieben sich einzelne Knochen, Muskeln verändern sich und somit ändert sich auch das Gangbild. Häufig resultieren daraus Beschwerden in den Knien oder im Bereich der Wirbelsäule. Verwenden Sie daher passende und zweckmäßige Schuhe und wechseln Sie diese auch regelmäßig. So werden die Fußmuskeln unterschiedlich trainiert.

Neben der Passform und der erforderlichen Dämpfung ist auch die Atmungsfähigkeit der Schuhe ein wichtiges Kriterium.


Training für den Fuß

Regelmäßiges und richtiges Gehen ist die einfachste Methode, die Füße elastisch und kräftig zu erhalten. Das dynamische Gehen mit geeignetem Schuhwerk trainiert alle Fußbestandteile. Barfuss Bewegen ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Wenn Sie empfindliche Füße haben, beginnen Sie auf weichem Untergrund z.B. im Rasen oder im Sand. Machen Sie dabei abwechselnd kleine und große Schritte, rollen Sie das Gewicht gut über die Fußsohlen ab. Dann versuchen Sie, auf den Zehenballen oder auf den Fuß­außenkanten zu gehen. Erinnern Sie sich an die Spiele der Kindheit, wo die Füße Muster in den Sand gedrückt haben oder Steinchen mit den Zehen geworfen wurden. Es gibt darüber hinaus spezielle Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur. Ein einfaches Beispiel dazu sind „Greif- und Spreizübungen“ der Zehen. Das morgendliche Tautreten ist eine aktivierende und erfrischende Betätigung, die die Durchblutung anregt und gegen müde Beine hilft. Je mehr Frischluft Sie an den Körper – und somit an die Füße – lassen, umso besser ist das Fuß-Klima.

Zur Fußpflege gehört auch ausreichende Hygiene. Regelmäßige Reinigung mit Wasser, wer stark schwitzt kann das auch mehrmals am Tag tun, und ausreichendes Eincremen hält die Füße sauber und die Haut geschmeidig. Wenn schon starke Hornhautschichten oder Probleme mit den Zehennägeln da sind, sollten Sie den Weg zur Fußpflege nicht scheuen.
Wer sich rechtzeitig darum kümmert, steht auf gesunden Füßen im Leben und könnte die nahende Herbstzeit auch gleich für ausgedehnte Spaziergänge nutzen.

 

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